Montag, 9. September 2019

Tag 8 bis Tag 10

Tag 8, Samstag der 7. September

Was für ein Tag heute. 135km werden es und wir landen in einer völlig unerwarteten Ecke der Slowakei. Eigentlich sollte unsere Reise heute in die Ukraine gehen um dann wieder auf unserer ursprünglichen Route zu landen, aber irgendwie sollte es wohl nicht so sein. Wir fahren frühs los auf der E50 Richtung Uschgorod, aber kurz vor der Grenze werden wir von der slowakischen Polizei rausgefischt. Der Grenzübergang hier ist wohl nur für Brummis. Gemeinsam mit den Polizisten stehen wir über die Karte gebeugt und versuchen eine Lösung zu finden. Im Norden gibt's noch einen Grenzübergang, aber wir wollen keinen Umweg zurück machen und im Süden ist bei Zsop eine kleine Strassen über die Grenze eingezeichnet. Also geht's nach Süden im Zickzack an der slowakisch-ukrainischen Grenze lang, das ganze durch komplettes Flachland, nur der Wind ärgert uns ein bißchen. Das einzig interessante ist ein heruntergekommenes Zigeunerdorf, wo wir unbewußt gleich einen Zacken schneller durchfahren. Die Strasse nach Szop rüber stellt sich als ein Feldweg heraus mit Vorsicht Staatsgrenze Schild, kein Grenzübergang. So einfach über die grüne Grenze in die Ukraine einzureisen ist uns dann doch zu heiß. Mittlerweile haben wir 90km runter und es ist 17Uhr. Wir sind hier im Dreiländereck Slowakei Ukraine Ungarn. Der nächste Grenzübergang in die Ukraine wäre dann wohl in Ungarn, aber die nächste Strasse nach Ungarn ist 30km nach Westen zurück. Was soll's um aus diesem Nonamesland rauszukommen und erstmal etwas für die Nacht zu finden, rollen wir erstmal Richtung Westen. Nach 135km mittlerweile 20Uhr sitzen wir in einer Pension in der Tokajer Weinregion, allerdings noch auf der slowakischen Seite. Für morgen haben wir beschlossen erstmal nach Tokaj in Ungarn zu fahren und uns einen schönen schweren Wein hinter die Binde zu kippen, wenn wir schonmal da sind :).


Tag 9, Sonntag der 8. September

Es geht nach Ungarn. In Sátoraljaújhely fahren wir ùber die Grenze. In der Innenstadt gibt's in einem ungarischen Cafe heute erstmal Cremetôrtchen zum sonntäglichen Frühstück. Nach gemächlichen 60km erreichen wir Tokaj. Der örtliche Campingplatz versprüht echte Ostalgie, das heißt es gibt nichts außer Wasser und WC. Tokaj selbst ist ein niedlicher sehr sehr kleiner Ort mit viel Wein und Antiquitäten. Antiquitäten wollen wir nicht mitschleppen, aber den Wein probieren wir abends in einem kleinen Hoflokal, sehr empfehlenswert.
Beim Beratschlagen abends schmeissen wir unsere komplette Tour um. Wir müssten von hier aus 250km via Fernstraßen durch Ungarn hetzen um wieder auf unsere Route zu kommen, das dauert zu lange, dann müssten wir die restliche Tour weiterhetzen um die verlorene Zeit aufzuholen. Karpaten ade also erstmal. Wir werden von Tokaj aus auf dem Eurovelo 11 erstmal Richtung Süden fahren, irgendwo in Rumänien oder Serbien auf die Donau stoßen und an der Donau zurück nach Budapest radeln, so der Plan.




Tag 10, Montag der 9. September

Es ist die letzten 2 Tage schon bedeckt und es tröpfelt immer wieder, so kriechen wir frühs wieder aus dem nassen Zelt. Es geht also Richtung Süden weiter durch Ungarn. Dank der Streckenführung des Eurovelo 11 radeln wir angenehm auf Nebenstrassen und Feldwegen. Nur das Wetter spielt nicht so mit, es gewittert um uns herum und wir fangen uns immer Mal wieder einen Regenschauer ein. Wir fahren entlang dem Fluss Tisca und kommen heute mal dazu uns von meiner Kameradrohne begleiten zu lassen. Nach 65 km in Tiszaújváros ist Schluss für heute, der Himmel öffnet seine Schleusen komplett und wir flüchten uns in eine Pension.




1 Kommentar:

  1. Einwandfrei... Alles halb so wild! Wenn Plan A nicht funktioniert gibt es immer noch einen Plan B.
    Gute Weiterfahrt und trockenes Wetter wünsche ich Euch! Viele Grüße Lydia

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