Tag 14, Freitag der 13. September
Frühs trinken wir noch einen Kaffee auf einer Parkbank in der Innenstadt und lassen das Kleinstadt Leben an uns vorüberziehen. Es ist schon ein Luxus den Strassenfegern frühs bei ihrer ersten Begrüßungszigarette zu zuschauen, wie der Mikrokosmos einer Kleinstadt zu funktionieren beginnt ohne mithasten zu müssen. Die Entspanntheit unserer Radreise hat uns endgültig erreicht. So macht das Nomadenleben Spass, kein Druck, der Tag bringt was er bringt.
Kurz hinter Szolnok endet unser geliebter Fahrraddamm und wir müssen wieder auf die Landstrasse. War schön echt schön dort lang zu radeln ohne belästigenden Autoverkehr. Wir rollen heute auf Landstrassen durch zig ungarische Dörfer, die irgendwie dann alle gleich aussehen. Nach 78 km erreichen wir unser heutiges Tagesziel Csongrad. Der hiesige Campingplatz ist schnellgefunden, für heute mieten wir uns eine Hütte hier, die sehen schon echt neckisch aus. Aufgestelzt auf Pfählen mit Treppenzugang sehen die aus wie Baumhäuser. Neben dem Camping gibt's gleich einen Sandstrand an der Theis, genau das richtige nach der Radtour in die kühlenden Fluten zu springen, ein schönes Plätzchen hier.
Tag 15, Samstag der 14. September
Es gibt wieder einen Fahrraddamm an der Theis, das heißt für uns wieder entspanntes radeln ohne auf Autos achten zu müssen. Unterwegs kommt mal wieder meine Drohne zum Einsatz, diesmal fliege ich sie auf Maximalhöhe von 120m um ein paar Landschaftsaufnahmen von oben zu machen. Nach Szeged, unser Tagesziel heute, rein, geht es dann auf einem Fahrradweg neben einer Fernverkehrsstraße, super gerade und eben, man denkt man rollt ohne Widerstand auf einem E-Bike. Überhaupt gibt es in ganz Szeged extra Fahrradspuren überall und eine echt gute Wegeführung für Radfahrer. Der Campingplatz liegt wieder direkt an der Theis und ist ziemlich teuer. Für uns geht's abends erstmal in die Innenstadt zur Besichtigung und auf der Suche nach dem Ursprung des Szegediner Gulasch. Die Stadt ist wirklich schön, überall noch viel Leben abends in den Strassen. Die Menschen sitzen in den Strassencafés und genießen die laue Spätsommernacht. Szegediner Gulasch finden wir nicht, aber ein sehr gutes ungarisches Gulasch, die ungarische Küche ist wirklich sehr gut.
Das rege Leben in Szeged kriegen wir dann nachts auch auf dem Campingplatz mit, der direkt gegenüber der Stadt am anderen Ufer der Theis liegt. Partymusik aus allen Richtungen, an schlafen ist kaum zu denken.
Tag 16, Sonntag der 15. September
Es geht nach Serbien. Die Grenze ist nach 20km erreicht. Wir fahren den ganzen Tag Landstrasse gen Süden, leider mit Gegenwind heute. Nach 75km erreichen wir einen Campingplatz bei Ada. superschön gelegen an der Theiss. Die Serben campen noch. Der Campingplatz sieht aus wie ein Überbleibsel aus der Zeit vor 30 Jahren, uralte Zelte, wie sie zu Ostzeiten gebräuchlich waren, Wohnwagen die aussehen als ob sie keinen Winter mehr überstehen, das alles wild im Wald verteilt. Überall verlaufen selbstgezimmerte Holzstege in die Theis, was für ein genialer Platz.
Tag 17, Montag der 16. September
Es geht nach Novy Sad heute, Abschied von der Theis, es geht an die Donau. Die Strecke dorthin ist fast schnurgerade und wir fahren wieder gegen den Wind aus Süden, ziemlich ermüdend das Ganze, so kommt es das Christoph mir beim Windschatten fahren ins Hinterrad fährt und stürzt, geht, bis auf die Schrecksekunde, aber zum Glück alles glimpflich ab. In Novy Sad fahren wir zur Rush hour ein, ein Verkehrsmoloch. Auf einmal ist man mittendrin auf 4spurigen Strassen zwischen hupenden und drängenden Autos, Freiwild als Radfahrer. Nach einer nervenaufreibenden Stunde haben wir Novy Sad durchquert. Novy Sad hat bestimmt auch seine schönen Ecken, aber wir sind heilfroh da raus zu sein aus dem Verkehrsgetümmel. Wir finden eine kleine nette Pension am Donauradweg und lassen den Abend bei ein paar Bier ausklingen.